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Blaseninkontinenz
Was ist Blaseninkontinenz?

Unter Blaseninkontinenz versteht man den Verlust der Fähigkeit, sein Urin zurückzuhalten und Zeit und Ort für die Entleerung der Blase selbst zu bestimmen. Betroffene haben häufig mit Schamgefühlen zu kämpfen und ziehen sich deshalb immer mehr zurück. Blaseninkontinenz tritt unabhängig von Alter und Geschlecht auf. Die Ursachen variieren aufgrund der unterschiedlichen anatomischen Beschaffenheit bei Männern, Frauen und Kindern. Bei Frauen, die aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre anfälliger sind, können Schwangerschaften, Geburten oder Übergewicht Auslöser sein. Die Ursache für eine Blaseninkontinenz bei Männern können z. B. Prostataoperationen oder eine gutartige Prostatavergrößerung sein.

Diagnose Blaseninkontinenz

Bei der Diagnose einer Blaseninkontinenz kann es sinnvoll sein, ein sog. Miktionstagebuch zu führen. In diesem werden die Menge der aufgenommenen Flüssigkeit, der Harndrang und die Anzahl der Toilettengänge notiert. In Verbindung mit den auftretenden Symptomen kann der behandelnde Arzt Rückschlüsse auf eine mögliche Blaseninkontinenz ziehen. Zur näheren Bestimmung können gynäkologische und urologische Untersuchungen erfolgen. Auch ein Stresstest, eine Blasenspiegelung oder eine Restharnbestimmung können bei der Diagnose hilfreich sein, vor allem im Hinblick auf Entzündungen oder eine mögliche Dranginkontinenz. Weitere Möglichkeiten sind Ultraschall, urodynamische Messungen, Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie.

Es gibt verschiedene Formen der Blaseninkontinenz, die unterschiedliche Ursachen haben. Bei der Belastungsinkontinenz unterscheidet man drei Grade, die sich durch ein Wasserlassen bei Husten, schnellen Bewegungen oder im Ruhezustand unterscheiden. Die Dranginkontinenz führt dazu, dass die Betroffenen einen Harndrang empfinden, ohne dass die Blase voll ist. Schwierigkeiten bei der vollständigen Entleerung der Blase haben Betroffene einer Überlaufinkontinenz, sodass ein ständiger Harndrang besteht. Bei der Reflexinkontinenz kommt es zu einer gestörten Übertragung bei den Nervenimpulsen, die die Blasenentleerung steuern. Die extraurethrale Inkontinenz führt dazu, dass die Harnentleerung nicht über die Harnröhre, sondern über andere Öffnungen erfolgt.

Therapie Blaseninkontinenz

Die Therapie sollte auf die entsprechende Form der Blaseninkontinenz abgestimmt sein. Eine genaue Diagnose ist deshalb vor der Behandlung wichtig für die Betroffenen. Bei der Belastungsinkontinenz kann ein Beckenbodentraining helfen, aber auch Medikamente können eine Option sein. Eine Operation ist nur in schweren Fällen anzuraten. Die Überlaufinkontinenz kann bei einer obstruktiven Form durch eine Entfernung des Hindernisses und bei einer funktionellen Form durch Medikamente behandelt werden. Zu einer Verbesserung bei der Dranginkontinenz kann es bei Frauen durch eine Hormonbehandlung kommen. Auch ein Blasentraining oder Medikamente können helfen. Sog. Parasympatholytika sind eine Therapieform bei der Reflexinkontinenz.

Was ist Blaseninkontinenz?

Blaseninkontinenz (auch Harninkontinenz) kann durch zahlreiche Krankheiten, Unfälle, medizinische Eingriffe, Medikamente sowie Lebensstil und psychosoziale Faktoren verursacht werden. 6 bis 8 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Blaseninkontinenz. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Die Betroffenen können sehr oft nicht zugeben, dass sie unter Blaseninkontinenz leiden, weil es ihnen peinlich ist. Denn die Blaseninkontinenz bezeichnet den Verlust oder das Nichterlernen der Fähigkeit, Urin sicher in der Harnblase zu speichern und selbstbestimmt Ort und Zeitpunkt der Entleerung zu bestimmen. Blaseninkontinenz tritt in jedem Alter auf und nimmt mit dem Alter zu. Die Betroffenen ziehen sich daher meist zurück, damit niemand erkennt, dass sie an Blaseninkontinenz leiden. Ursachen und Symptome sind bei Männern, Frauen und Kindern unterschiedlich. Das liegt an der unterschiedlichen Anatomie.

Blaseninkontinenz bei Frauen

Frauen haben eine kürzere Harnröhre als Männer, was zur Folge hat, dass sie öfter Harnwegsentzündungen bekommen können. Bakterien gelangen leichter in die Blase und können diese Infektionen auslösen. Folgende Faktoren können eine Blaseninkontinenz bei Frauen begünstigen: Schwangerschaften, Geburten und Übergewicht. Alles führt zu einem erhöhten Druck im Bauchraum. Die Belastung des Beckenbodens ist dabei erhöht. Der Beckenboden wird dadurch schlechter durchblutet, damit senkt sich die Blase oder die Gebärmutter. Folglich wird die Beckenbodenmuskulatur schwächer und kann zu einer Blaseninkontinenz führen. Durch gezieltes Beckenbodentraining nach Geburten und Gewichtsreduktion können sich das Risiko einer Blaseninkontinenz verringern und bereits bestehende Probleme reduzieren lassen.

Blaseninkontinenz bei Männern

Die Blaseninkontinenz bei Männern wird bis heute eher unterschätzt. Aber durch die zunehmende Zahl an Prostataerkrankungen und der Altersentwicklung gewinnt die Blaseninkontinenz immer mehr an Bedeutung. Die Anatomie der männlichen Schließmuskelzone ist im Gegensatz zur weiblichen anders. Auch haben Männer eine längere Harnröhre, deshalb erkranken Sie seltener an Blaseninkontinenz. Trotzdem kann es im zunehmenden Alter oder nach einer Prostataoperation zu unwillkürlichem Harnverlust kommen. Häufigste Ursache für die Inkontinenz des Mannes stellt die gutartige Prostatavergrößerung dar. Es kommt zur Verengung der Harnröhre und somit zu einer Funktionseinschränkung der Blase. Das kann dazu führen, dass sich die Blase nicht mehr vollständig entleert und Urin in der Blase verbleibt. Der Restharn begünstigt Harnwegsinfektionen. Nicht nur eine vergrößerte Prostata kann eine Blaseninkontinenz verursachen sondern auch Diabetes mellitus, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder Schlaganfälle.

Blaseninkontinenz bei Kindern

Häufige Ursache für eine Blaseninkontinenz bei Kindern ist eine überaktive Blase. Hier ist die Steuerung der Blasenmuskulatur nicht vollständig ausgereift. Harnwegsinfektionen, Verstopfung, Fremdkörper in der Blase, Reizung durch Waschmittel und Seife können ebenfalls Ursachen für Blaseninkontinenz bei Kindern sein.

Kathleen Lindner

 

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